Gebete für jeden Tag

Das Gebet ist ein Reden mit Gott. Ich kann Gott alles sagen. Ich kann ihm danken für das, was er mir Gutes tut - dass ich lebe, dass er mir Menschen an die Seite stellt, dass ich Arbeit und Brot habe. Ich kann ihm aber auch Not klagen, sei es meine eigene, sei es die Not anderer. Und ich kann ihn bitten, mir und anderen zu helfen, wo wir seine Hilfe brauchen.

Auf dieser Seite haben wir ein paar Gebete für Sie gesammelt. Möchten Sie ein eigenes Gebet hinzufügen? Am Ende der Seite haben Sie hierzu die Möglichkeit.

Herr, unser Gott! Wenn wir Angst haben, dann lass uns nicht verzweifeln. Wenn wir enttäuscht sind, dann lass uns nicht bitter werden. Wenn wir gefallen sind, dann lass uns nicht liegenbleiben. Wenn es mit unseren Kräften zu Ende ist, dann lass uns nicht umkommen. Nein, dann lass uns deine Nähe und deine Liebe spüren.

Amen.
(Karl Barth)

 

Gott.

Jetzt ist alles ganz anders.

Meine Pläne zählen nicht mehr.

Was gestern noch wichtig war,

erscheint heute in einem anderen Licht.

 

Bist Du da,

wenn ich mich hilflos fühle,

wenn Fragen mich quälen,

wenn Gedanken mit mir Karussell fahren?

 

Ich möchte vertrauen.

Vertrauen, dass das Leben siegt,

glauben, dass Du gerade jetzt da bist,

wo ich Dich so dringend brauche.

Doch Vertrauen fällt mir schwer.

 

In Deine Hand

lege ich

meine unruhigen Gedanken.

Meine verkümmerte Hoffnung.

Meine Angst.

Mein zerbrechliches Leben.

 

Sei mir nahe.

Verlass mich nicht.

Ich brauche Dich jetzt mehr denn je.

Wer, wenn nicht Du,

kann überwinden

meinen Kleinglauben,

meine Mutlosigkeit,

meine Angst?

 

Du bist doch meine Zuversicht und Stärke.

Dir will ich vertrauen.

Mich Dir anvertrauen mit Haut und Haar.

Hilf mir dabei.

 

Amen.

Gott.

Mit meiner kleinen Kraft

möchte ich helfen.

Doch meine Möglichkeiten sind begrenzt:

Soziale Distanz statt menschlicher Nähe

ist das Gebot der Stunde.

Ich verstehe, dass das jetzt notwendig ist.

Und trotzdem brauchen wir Nähe.

Auch ich.

 

Sei Du allen nahe,

denen ich nicht mehr nahe sein kann.

Sie brauchen Dich.

So wie ich Dich brauche.

Mit Deiner Nähe.

 

Ich bin daheim.

Andere helfen

bis an die Grenzen ihrer Kräfte.

In Krankenhäusern.

In Supermärkten.

Auf Streife.

In Kabinettssitzungen.

Am Telefon.

In Redaktionen.

Sei Du ihnen nahe.

Sie brauchen Dich ganz besonders.

Gib ihnen Kraft.

Und Ausdauer.

Und Weisheit.

Und Entschlossenheit.

Umhülle sie mit Deinem Segen.

 

Gott.

Mit meiner kleinen Kraft

möchte ich das Meine tun.

Geh Du den Weg mit mir, mit uns

in eine gute Zukunft.

 

Amen.

Zeit für ein Stilles Gebet

Während in der Christuskirche Ulm-Söflingen die Altarkerzen entzündet werden, bleibt genügend Zeit, um ein eigenes Gebet an Gott zu richten.

Hier finden Sie dazu unseren kurzen Film vom Kerzenanzünden in der Christuskirche

https://youtu.be/Q2Am6T4601E

Gebet in schwieriger Zeit

Blumenwiese

© original_clipdealer.de

Gott,

wir haben Angst vor dem, was wir nicht kennen.

Zugleich sind wir uns darin nah und vertraut.

Was unsere Gemeinschaft gefährdet, macht uns auch stark.

Wir halten zusammen, wenn wir uns oft auch fremd sind.

Wir achten aufeinander. Entscheiden, was wirklich wichtig ist.

Wir öffnen Herzen, während andere noch hinter Türen warten müssen.

Wir werden uns nah, auch ohne uns die Hände zu reichen.

Wir können lachen und doch trauern um die Kranken und Sterbenden.

Wir sind eins im Handeln und im Sorgen und zum Wohl für uns alle.

So ist im Schlimmen auch Dein Segen.

Hab Du Dank dafür, Gott.

Amen.

(L.H.)

"Gott ist da“ – ein Gebet für Kinder in diesen Zeiten

Gott, Du beschützt mich von allen Seiten.

Deine Hand hältst Du über mir.

Es ist so vieles anders als vor ein paar Tagen.

Ich soll zu Hause bleiben und will doch viel lieber mit meinen Freunden zusammen sein.

Bist Du da, wenn ich mich alleine fühle?

Gott, Du beschützt mich von allen Seiten.

Deine Hand hältst Du über mir.

Ich höre viel von Corona. Trotzdem kann ich es nicht sehen.

Es ist so unbegreiflich, was da gerade geschieht.

Bist Du da, wenn ich etwas nicht verstehe?

Gott, Du beschützt mich von allen Seiten.

Deine Hand hältst Du über mir.

In der Familie haben wir jetzt mehr Zeit füreinander.

Manchmal ist das schön.

Es gibt aber auch Streit.

Bist Du da, wenn es mir zu eng wird?

Gott, Du beschützt mich von allen Seiten.

Deine Hand hältst Du über mir.

Ich vermisse die Menschen, die ich gerade nicht besuchen kann.

Ich denke oft an sie.

Wir können miteinander reden und uns sehen, doch auf Abstand.

Bist Du da, wenn Menschen mir fehlen?

Gott, Du beschützt mich von allen Seiten.

Deine Hand hältst Du über mir.

Draußen blüht das Leben auf.

Der Frühling ist da.

Wann können wir wieder raus und das Leben genießen?

Bist Du auch dann da, wenn ich es drinnen nicht mehr aushalte?

Gib mir Kraft zum Durchhalten.

Gott, Du beschützt mich von allen Seiten.

Deine Hand hältst Du über mir.

Heute. Morgen. Und immer.

 

Amen.

(Markus Grapke)


Wenn dunkle Gedanken und Angst machende Träume mir in der Nacht den Schlaf geraubt haben und ich morgens nicht aus dem Bett komme, dann, Gott, öffne du mir die Augen und muntere mich auf mit dem hellen Schein der Sonne und dem heiteren Gesang der Vögel, dass ich nicht mehr denken muss an das, was mich eben noch bedrückt hat, und den Tag entspannt, fröhlich und zuversichtlich beginnen kann.

Amen.

Ewiger Gott, du hast mehr Geduld als ich.
Du hast mehr Zeit.
Wenn ich mich dir überlasse,
habe auch ich Zeit.
Du forderst nicht alles auf einmal.
Während ich nicht mehr will,
nicht mehr kann oder nicht weiter weiß,
wirfst du den Samen aufs Land,
bis er in mir Wurzel schlägt und wächst
und Frucht reift aus meinem Leben.
Deine Frucht.

Amen.
(Jörg Zink)

Gott, zu dir rufe ich.
Sammle meine Gedanken, hilf mir zu beten;
ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht;
ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht;
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig, aber bei dir ist Friede;
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld;
ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weißt den Weg für mich.

Dir sei Ehre in Ewigkeit.

 

Amen.
(Dietrich Bonhoeffer)

Ein Gebet für diese Tage

Pfarrer Markus Grapke hat ein Gebet für diese Tage geschrieben und in einer Meditation mit Bildern aus unserer Christuskirche hinterlegt.

Sie können sich den kurzen Film hier auf YouTube betrachten, darüber nachdenken oder mitbeten.

Wie eine Mutter tröstet

Lass dir erzählen, Gott, wie es uns geht.
In diesen Tagen. Wo alles so anders ist. So durcheinander.
Wo die Sonne lacht und wir die Freude vergessen.
Wo die Natur neues Leben hervorbringt und wir in Ängsten sind.

Tröste uns, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Alten in den Pflegeheimen, die wir nicht mehr besuchen dürfen wie sonst.
Und den Kranken, die meist ohne ihre Lieben in den Krankenhäusern sind.
Allen Menschen, die in ihren Wohnungen bleiben müssen und die Einsamkeit fürchten.

Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Kindern, die die Sorge der Erwachsenen spüren.
Den Jugendlichen, für die Ruhe halten so schwer ist.
Den Eltern, die jetzt so viele Lösungen finden müssen.
Allen Menschen, die um ihre Existenz fürchten.

Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Menschen, die sowieso schon am Ende ihrer Kräfte sind.
In den Flüchtlingslagern in Griechenland und anderswo. In den griechisch-türkischen Grenzgebieten.
Und lass dir erzählen von den vielen Menschen, dort und hier, die helfen und nicht müde werden.

Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Gott, schütte sanft deinen Trost über uns aus. Der uns umhüllt.
Und Segen dazu. Der uns immun macht gegen die Panik.
Sage zu unserem ängstlichen Herzen: „Beruhige dich.“
Sprich zu unserer verzagten Seele: „Ja, die Gefahr ist da. Aber ich bin bei dir.“

Und noch dazu und allem zum Trotz:
Gib uns die Freude wieder.
An der Sonne.
An der aufbrechenden Natur.
An den Menschen, die wir lieben.
An dir, du Gott des Lebens.
Damit wir mutig durch diese Zeit gehen.

Amen
(Doris Günther;
mit Bezug zu Jesaja 66,13: Gott sagt: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“)

Manche Menschen wissen nicht...

Manche Menschen wissen nicht, wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es ist, sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,
wie viel ärmer wir ohne sie wären.

Manche Menschen wissen nicht,
dass sie ein Geschenk des Himmels sind.

Sie wüssten es,
würden wir es ihnen sagen.

(Paul Celan)

Vater unser, du begleitest mich

Vater unser, du begleitest mich durch mein Leben, ich glaube an Dich und daran, daß meine Seele bei Dir ein Zuhause finden wird.
Bitte gib mir den Mut nach Deinen Geboten zu leben, auch, wenn es manchmal schwierig ist.
Ich habe, was ich zum Leben brauche, dafür danke ich Dir.
Hilf mir bitte aus den Fehlern die ich mache zu lernen und hilf mir zu verzeihen.
Führe mich, wenn ich in Versuchung gerate und hilf mir, das Böse zu erkennen.
Schenke mir und denen die mir am Herzen liegen Deinen Segen, sende Deinen Frieden im mein Herz.

Amen
(M. Becker)

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Amen.
(Psalm 23)


 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

und vergib uns unsre Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit

in Ewigkeit.

Amen.

Weiße Taube auf Dach

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