Die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde in Ulm-Söflingen und ihrer Christuskirche

Georg und der Drache (Bild über dem Haupteingang)

Einweihung des neuen Gemeindehauses neben der Christuskirche in 2014

Der Garten zwischen der Christuskirche und dem ehemaligen Pfarr- und Gemeindehaus bei einer Gemeindefeier.

Christuskirche (frühes Bild)

Postkarte der Christuskirche mit ehemaliger Bebauung.

Der Barmherzige Samariter (Wandbild aus der Christuskirche)

Gemeindechronik

Die Christuskirchengemeinde Ulm-Söflingen

                     - eine Chronik-

 

In Söflingen finden wir bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts keine evangelischen Einwohner. Die konfessionellen Grenzen zwischen Ulm als freier evangelischer Reichsstadt und der vom Clarissinnenkloster geprägten katholischen Gemeinde Söflingen sind klar gezogen.

1543 - 1548

 Kurz vor dem Interim versucht Ulm, im Sinne der Reformation auf das unter seinem Schutz stehende Kloster Söflingen einzuwirken. "Dieser Reformationsversuch konnte keine dauernde Wirkung haben", heißt es dazu in einer evangelischen Chronik. Das Söflinger Kloster machte fortan gegenüber Ulm seine Reichsunmittelbarkeit geltend und hielt reformatorische Einflüsse fern.

1634

 hält während des 30-jährigen Krieges der Münsterprediger Honold in Söflingen evangelische Predigten, jedoch ohne bleibenden Erfolg.

1803

 Die Säkularisierung und Neuordnung in Deutschland unter dem Einfluß Napoleons bringt einschneidende Veränderungen: Ulm verliert seine Selbständigkeit als freie Reichsstadt; das Söflinger Clarissinnenkloster wird aufgelöst.

1810

Söflingen wird wie Ulm dem Königreich Württemberg einverleibt.

 

1833

werden in Söflingen erstmals 25 evangelische Einwohner erwähnt.

1876 ist das Gründungsjahr der evangelischen Gemeinde in Söflingen: In der Friedhofskapelle St. Leonhard findet jetzt regelmäßig evangelischer Gottesdienst in vierzehntägigem Rhythmus statt. Den über 500 Söflinger Evangelischen - ihr Sprecher ist der Forstmeister F. Kuttroff - wird ein für sie zuständiger Vikar in Ulm zugeordnet; zunächst ist dies Vikar Planck, der spätere Ulmer Prälat. Der schreibt an seine Mutter: "Die Leute hier sind dankbar für alles, was man ihnen erweist."

 

Die fortschreitende Industrialisierung führt zum Zuzug von immer mehr evangelischen Familien. Zum stetigen Anwachsen der Zahl der Gemeindeglieder bis in die Zwanzigerjahre unseres Jahrhunderts tragen u.a. bei

  • der Ausbau der Weberei Staiger & Deschler in Söflingen
  • die Ansiedlung von Bahnarbeitern (z.B. auch im Gebiet "Türmle")
  • der Bau von Siedlungshäusern östlich der Königstraße.

 

1887

Erste Kirchengemeinderatswahl in Württemberg.

 

1891

wird die Evang. Volksschule im Söflinger Klosterhof eröffnet. Der erste Lehrer Weinmann unterrichtet dort in einem Schulzimmer im Schichtbetrieb 100 Kinder. Schon 1895 wird wegen der wachsenden Schülerzahl (inzwischen 123) eine zweite Lehrerstelle genehmigt.

 

1893

wird Söflingen Parochialvikariat . Die Gottesdienste in der Friedhofskapelle werden jetzt jeden Sonntag abgehalten.

 


1894

 übersiedelt der für Söflingen zuständige Ulmer Parochialvikar Max Schippert als ständiger Pfarrverweser (1894-15.11.1999) nach Söflingen. Bis zum Aufzug des ersten ständigen Pfarrers 1909 in Söflingen wirkten nach Schippert die Vikare bzw. Pfarrverweser Storz, Laepple, Schmid, Renz und Klein.

 

Der Kirchengemeinderat beschließt den Bau einer Kirche für die rund 800 Gemeindeglieder der schnell wachsenden Gemeinde.


1897

wird die Filialgemeinde Söflingen hinsichtlich Visitation und Vermögensverwaltung wie eine selbständige Kirchengemeinde behandelt.

 

2.5.1898

wird mit dem ersten Spatenstich der Bau der Christuskirche am östlichen Rande Söflingens begonnen, auf einem vom "Ulmer Hospital" gekauften Grundstück "an der Vizinalstraße nach Ulm".

 

15.09.1898

Grundsteinlegung der Christuskirche. Um die erhebliche finanzielle Unterstützung des Kirchbaus durch das Gustav-Adolf-Werk zu erreichen, wird die schwierige Situation der Evangelischen in der von den Katholischen geprägten Gemeinde Söflingen so übertrieben dargestellt, daß der Söflinger Bürgermeister bei der Grundsteinlegung sich darüber beschwert und richtigstellen läßt, daß die ganze Gemeinde Söflingen mit ihren Vereinen sich bereitwillig und gerne an den Feierlichkeiten im Zusammenhang mit dem Neubau der Christuskirche beteiligt.

Der Kirchengemeinderat erklärt am 24.11.1898 öffentlich:

 "Wir sprechen wiederholt aus, daß die evang. Gemeinde über konfessionellen Fanatismus oder Störung des konfessionellen Friedens seitens der hiesigen bürgerlichen Gemeinde noch niemals Klage zu führen Anlaß gehabt hat."

 

21.12.1899

Einweihung der Christuskirche, erbaut von Baurat Dolmetsch aus Stuttgart, in neugotischem Stil mit wertvoller Holzdecke; der Grundriß ist kreuzförmig.

 

Januar 1900

Das "Kirchspiel Söflingen" wird zu einer selbständigen Kirchengemeinde erhoben.


1900 - 1901

 Bau des Pfarrhauses, in dessen Erdgeschoß ein Gemeindesaal für Bibelstunden und das "kirchliche Vereinswesen" eingebaut wird.

1901 geruht Seine Majestät der König zu genehmigen, daß in Söflingen anstelle der Pfarrverweserei eine evangelische Pfarrei errichtet werde. Diese wird allerdings noch bis 1909 von einem Pfarrverweser betreut. Die dadurch eingesparten Kosten werden zum Abtragen der durch den Kirchbau entstandenen Schuldenlast verwendet, die man in 60 Jahren zu amortisieren hofft.

 

Gründung eines Kirchenchors. Trotz vieler Krisen bleibt der Kirchenchor unter wechselnden Dirigenten bis 1961 bestehen.

 

Das Königl. Konsortium genehmigt den Antrag des Kirchengemeinderats, die Christenlehre (nach der Konfirmation) von  vier  auf drei Jahre zu verkürzen.

 

Die Kirchensteuer für die evangelischen Söflinger, die größtenteils Fabrikarbeiter waren, beträgt - insbesondere wegen der hohen Bauverschuldung - 28% der Staatsteuer. Dieser Steuersatz  ist weit höher als für die Evangelischen im nahen Ulm! 

 


1903

wird ein Evang. Krankenpflegeverein gegründet, um evang. Hilfskräfte zum Dienst an den Kranken zu erhalten.

 

1904

ziehen die ersten beiden Diakonissen aus dem Diakonissenmutterhaus in Schwäbisch Hall in die neugegründete Diakonissenstation Söflingen ein, um die Krankenpflege in der Christuskirchengemeinde wahrzunehmen.

1905 Bürgerliche Eingemeindung Söflingens nach Ulm.

 

1906

wird der Jünglingsverein, zwei Jahre später der Jungfrauenverein gegründet.

 

1907

werden Buben zum Läuten der Glocken gesucht; eine kleine Belohnung zum Jahresende soll diese Aufgabe attraktiver machen.

 

1908

wird eine "Sonntagsschule" ins Leben gerufen.

 

1910 zieht der erste ständige Pfarrer, Stadtpfarrer Eugen Traub, ins Söflinger Pfarrhaus ein.

 

 Die Kindersterblichkeit liegt in Söflingen (26,3%) erheblich höher als in Ulm (17,6%). Deshalb wird der Plan verwirklicht, im Klosterbräuhaus eine "Krippe" als Filiale der Ulmer Krippe einzurichten. In ihr werden besonders Kinder betreut, deren Mütter in der "Webe"( Weberei Staiger u. Deschler) arbeiten. Im Rechenschaftsbericht 1911 heißt es: "Ihre Majestät die Königin hat dem Unternehmen ihr gnädiges Interesse zugewandt und dasselbe durch eine huldvolle Spende von 100 Mark bestätigt...Die Pflege in der Krippe wird besorgt von Schwestern des Diakonissenhauses Schwäbisch Hall."

 

 Der Gustav-Adolf-Verein bietet dem Söflinger Kirchspiel einen Zuschuß von mehr als 20 000 Mark für Zinsschuld und Tilgung an, damit sich die Gemeinde ohne zu große Altlasten der Gesamtkirchengemeinde Ulm anschließen kann.

 


1914

Die kirchliche Eingemeindung Söflingens in die Gesamtkirchengemeinde Ulm wird nach langwierigen Verhandlungen vollzogen.

 

 

 

Störungen des Gottesdienstes durch schulpflichtige und konfirmierte Jugend haben ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Der KGR beschließt:

 

  • Kinder unter 10 Jahren dürfen nur zusammen mit Vater oder Mutter die Kirche besuchen
  • Kinder, welche Unfug machen, werden notfalls der Polizei zur Bestrafung gemeldet.

 

1919

wird das passive Wahlrecht für Frauen eingeführt. Als erste gewählte Kirchengemeinderätin zieht Frau Oberpostsekretär Kunz in den Christuskirchengemeinderat ein.

 

Ein selbstständiges Gemeindeblatt für die evang. Kirchengemeinde in Söflingen erscheint.

Es bildet sich eine Gruppe von 40 Helferinnen und Helfer, um den Gemeindegenossen auf die verschiedenste  Weise zu dienen, u.a. durch das Austragen des Gemeindeblattes.

 

Wegen der großen Zahl (62 Konfirmanden und 50 Zuhörer) werden die Gruppen der Konfirmanden und Zuhörer geteilt.

 

1920

Am Christfestmorgen spielt der neugegründete Posaunenchor Söflingen, der sich ab 1924 "Musikkapelle Söflingen (Posaunenchor)" nennt. Vorstand ist Pfarrer Traub. der Dirigent Mesner Georg Duckeck.

 

1922

Glockenweihe.

 

1924

gibt der Ulmer Prälat Planck anläßlich einer Visitation die Anregung zum Bau eines Gemeindehauses und spendet als erste Gabe zum Baufonds fünf Mark. Der Pfarrsaal reicht für die vielen kirchlichen Vereine (z.B. Jünglingsverein, Posaunenchor, Mädchenverein Veranstaltungen der Kirchengemeinde längst nicht mehr aus.

 

Ein Festgottesdienst am Kirchweihsonntag erinnert an die Weihe vor 25 Jahren.

 


1926

 50jähriges Gemeinde-Jubiläum. Die Gemeindegliederzahl beträgt inzwischen 2400.

 

Beim Jubiläum werden ernste, gedämpfte Töne angeschlagen. In einem Zeitungsbericht des "Ulmer Tagblatt" ist zu lesen: "Ein großer Teil der Gemeindeglieder kämpft unter der wirtschaftlichen Lage einen schweren Daseinskampf." Anläßlich des Gemeindejubiläums wirbt und sammelt Pfr. Traub verstärkt für das Ziel, ein neues Gemeindehaus zu bauen.

 

1927

Die Musikkapelle Söflingen trennt sich von ihrem bisherigen Leiter Duckeck. Die Bindung zur evangelischen  Kirchengemeinde wird aufgehoben, die Tätigkeit des Posaunenchores eingestellt.

 

Im selben Jahr entsteht ein neuer Posaunenchor, u.a.  mit einem Stamm von Spielern aus dem Münsterposaunenchor; die Leitung hat Albert Keck, der bis 1963 Dirigent des Posaunenchors bleibt. Der neugegründete Posaunenchor ist fest im Jünglingsverein und der Kirchengemeinde verankert, später im CVJM.

 

1928

Inzwischen unterrichten acht Lehrer  an der 1891 gegründeten Evangelischen Schule in Söflingen.

1928/29

In die Jahre des Wechsels von Pfarrer Eugen Traub (in Söflingen von 1909-1928) zu Pfarrer Richard Klein (Vikar in Söflingen 1905-1908, Stadtpfarrer von 1928-1946) fällt der Bau des Gemeindehauses mit Kindergarten in der Königstraße.

 

Im Gemeindehaus findet auch das Fröbel-Seminar unter Leitung von Frau Kretschmer Platz, wo evangelische Kindergärtnerinnen in einem zweijährigen Kurs ausgebildet werden. Nach dem Krieg wird das Evang. Fröbel-Seminar in Herbrechtingen neu eröffnet.

1929

wird nach dem Umzug der Schwestern ins Gemeindehaus im Klosterbräuhaus im Klosterhof ein zweiter evang. Kindergarten eingerichtet.

 

1930

genehmigt der Ev. Oberkirchenrat  die Reduzierung der Christenlehre auf zwei Jahre.

 

1931

erscheint ein Zeitungsbericht über das jeden Sommer stattfindende "Kirschenfest" der Kinderkirche,bei dem unter Aufführung  des Posaunenchors ein langer Festzug mit geschmücktenLeiterwagen von der Christuskirche in den Maienwald zieht.

1933

zählt die Gemeinde 2800 Mitglieder.

 

Der Singkreis entsteht, in einem KGR-Protokoll bezeichnet als "Chor Rudolf Sohn, dem Frauenstimmen mit Instrumentalisten angehören."

Worum es dem Singkreis geht, hat Rudolf Sohn 1957 so zusammengefaßt: " Als Singgemeinde pflegen wir wertvolles Liedgut in Choral und Volkslied und treffen uns darüber hinaus zu geselligem Zusammensein, beim Wandern am Sonntag und in den Ferien."

 

1936/37 1936 wird mit der Innenrenovierung der Christuskirche begonnen, 1937 ist die Innenrenovierung abgeschlossen; die Christuskirche wird wieder eingeweiht.

1938 wird der evang. Kindergarten im Klosterhof durch eine nationalsozialistische Organisation übernommen. Die evang. Kirchengemeinde führt diese Kindergartenarbeit aber im Gemeindesaal im Pfarrhaus weiter, zusätzlich zum im Gemeindehaus befindlichen Kindergarten.

Aus der Zeit von 1940-1946

sind - aus unbekannten Gründen - keine KGR-Protokolle mehr vorhanden.

1944/45

 Bei wiederholten Luftangriffen werden die Christuskirche und das Gemeindehaus stark beschädigt. Söflingen wird am 22. Febr. 1945 am schwersten getroffen. Bei diesem Bombardement werden 173 Personen getötet, davon allein 146 Personen im "Sonnenbunker" in der Söflinger Straße.


1945

Ab Oktober ist Pfarrverweser Otto Lock in der Christuskirchengemeinde tätig.

Noch 1947

waren alle Kirchenfenster mit Brettern und Pappdeckeln zugenagelt. Zum Gedächtnis der Gefallenen und Vermißten des 2. Weltkrieges und der Opfer des Luftkrieges werden im Zuge der Innenerneuerung unter Pfr. Beierbach zwei Totenschilder von Martin Scheible angefertigt. In einem Totenbuch im Altarschrein im Chorraum werden die Toten namentlich verzeichnet.


1947

tritt Stadtpfarrer Gustav Beierbach seinen Dienst in Söflingen an. Von ihm werden tägliche Frühandachten um 7 Uhr eingerichtet. Mittwochabend ist Bibelstunde bzw. sommers Abendandacht, am Samstag um 19 Uhr Christenlehre. Am Sonntag werden mehrere Gottesdienste gefeiert: 8 Uhr Frühgottesdienst mit Abendmahl, 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, 10.45 Uhr Kindergottesdienst, 19 Uhr Andacht mit dem altkirchlichen Nachtgebet (Komplet). Pfarrer Beierbach führt in Söflingen liturgische Neuerungen ein, die heftige Debatten auslösen: Aufstellung brennender Altarkerzen, Wendung des Pfarrers zum Altar beim Gebet, Erheben der Hände des Pfarrers zum Schlußsegen, Kreuzschlagen beim Segen im Hauptgottesdienst, Singen von Teilen der Liturgie.

1951

 erhält die Söflinger Gemeinde, die 4.160 Mitglieder zählt, eine Vikariatsstelle für die Gebiete "Türmle" und "Roter Berg"; dort wird 14-tägig Gottesdienst abgehalten. Es wirken in Söflingen die Vikare Lell, Imberg, Staiger, Zimmer, Brose, Rauser, Hermann, Scheffbuch und Kollmar.

 

1954

Die seit 1946 Zug um Zug durchgeführte Instandsetzung und Renovierung des Gemeindehauses wird abgeschlossen.


1957

gehören zur Christuskirchengemeinde etwa 6.000 Gemeindeglieder. Das Gebiet "Türmle" (1.200 Gemeindeglieder) wird von der Christuskirchengemeinde losgelöst und in die Lukaskirchengemeinde eingegliedert. Die Vikariatsstelle wird in eine 2.Pfarrstelle umgewandelt, auf die Pfarrer Eberhard Schedel berufen wird.

Während der Zeit von Pfarrer Beierbach konnte, obwohl überall noch großer Mangel herrschte, die Instandsetzung, Erneuerung und künstlerische Ausgestaltung der Christuskirche und des Gemeindehauses eingeleitet und bis 1957 zu Ende geführt werden. Aus diesem Anlaß entstand eine Festschrift "Christus-Kirche Ulm-Söflingen 1957". In ihr wird u.a. auch erwähnt, daß im evang. Kindergarten im Klosterhof 50 Kinder und im Gemeindehaus 65 Kinder betreut werden. Die Christuskirchengemeinde hat von 1947-1957 über 60.000 DM für die Kirche und 65.000 DM für das Gemeindehaus durch Opfer, Sammlungen, Basare usw. aufgebracht. 1958 übernimmt Pfarrer Karl Skrabak die 1.Pfarrstelle an der Christuskirche 1963 Bau des Freizeitheims Pappelau. 1964 Die 2. Pfarrstelle wird durch Pfarrer Martin Guther neu besetzt.

1969

Am 21.12., dem 70. Jahrestag der Einweihung der Christuskirche, wird Pfarrer Martin Lörcher als geschäftsführender Pfarrer der Christuskirche investiert.

 

1970

 Aufgrund von verschiedenen ökumenischen Initiativen entsteht der "Ökumenische Arbeitskreis Söflingen", der das Miteinander der katholischen und evangelischen Gemeinde begleitet und koordiniert.

 

1971

wurde das Amt des 1. und 2. Vorsitzenden in die Kichengemeindeordnung eingeführt. Dadurch erhält das Amt des Laienvorsitzenden ein stärkeres Gewicht.

Dieses Amt hat Kirchengemeinderat Georg Mall inne (von 1948-1976). Der "Gemeindebrief" für die Christuskirchengemeinde erscheint in seiner bis heute gültigen Form.

 

1975

zieht Pfarrer Siegfried Metzger in das Pfarrhaus West in der Sonnenstraße ein.

 

1976

übernimmt Hans Gröner das Amt des Laienvorsitzenden der Christuskirchengemeinde. Der Söflinger Seniorentreffpunkt entsteht und bietet ein reiches wöchentliches Programm an. Mit umfassendem Einsatz wird er von Heinz Günther, von seiner Frau tatkräftig unterstützt, bis Januar 1998 geleitet und koordiniert. Im Rahmen der Vikarsausbildung werden der Christuskirchengemeinde Vikare zugewiesen, die bis 1997 das Gemeindeleben erfreulich bereichern. Es sind dies die Vikare Hofacker, Ehmann, Maier, Schart und die Vikarinnen Petermann, Schüle und Bosch.

1977

Einweihung der neuen Orgel in der Christuskirche.

 

1979

läßt Pfarrer Lörcher das alte Steinkreuz wieder vor der Christuskirche aufstellen, das während der Bauarbeiten 1898/99 versetzt worden war. Pfarrer Martin Tränkle tritt seinen Dienst im Pfarramt Christuskirche Ost an.

1981

 Der Gemeindegarten hinter der Christuskirche wird eingeweiht.

 

1984

übernimmt Pfarrer Gerhard Reich die gf. Pfarrstelle Söflingen West.

 

1986

bekommt die Christuskirche ein neues Dach und wird teilweise außen renoviert. 1988 Der Kindergarten im Maienweg wird fertiggestellt und als weiterer evang. Kindergarten geführt.

1990

 Eingliederung der Söflinger Krankenpflegestation in die Diakoniestation Ulm.

 

1991/92

Beginn der Innenrenovierung der Christuskirche.

 

1992

Kirchplatzfest zur Fertigstellung der umfangreichen Innenrenovierung der Christuskirche mit Erneuerung des Fußbodens und der Heizung. Durch den neuen Verputz wurde auch die Akustik wesentlich verbessert, was den regelmäßig in der Christuskirche stattfindenden Konzerten sehr zugute kommt. Grundsteinlegung des Jörg-Syrlin-Hauses.

1993

Sanierung des Kirchturms. Die Statistik meldet 3961 Gemeindeglieder mit Hauptwohnsitz in der Christuskirchengemeinde.

 

1994

Einweihung des Freizeitheims "Schlößle", dem Nachfolgeprojekt des Freizeitheimes in Pappelau, das wegen der Ausdehnung des Abbaugebietes der Zementwerke aufgegeben werden mußte (s. dazu den Beitrag S...). Am 20. August wird das Jugend- und Gemeindezentrum Jörg-Syrlin-Haus eröffnet. Ins Untergeschoß zieht die Diakoniestation ein. Die Mitarbeiterinnen des Kindergartens Maienweg, dessen Trägerschaft an die Stadt Ulm übergeht, wechseln in den Kindergarten Jörg-Syrlin-Straße. (Vgl. zum Jörg-Syrlin-Haus den Beitrag S....) Tags darauf findet die Investitur von Pfarrer Michael Widmann (Pfarramt Ost) statt.

1996

tritt der neue gewählte Kirchengemeinderat zusammen und
wählt Kraft-Siegfried von Hülsen zum Laienvorsitzenden.

In der Christuskirchengemeinde wird der neue Weg zur Konfirmation eingeführt: Der erste Teil des Konfirmandenunterrichts wird im 3. Schuljahr erteilt ("Konfi 3", organisiert in Tischgruppen), der zweite Teil folgt vor der Konfirmation im 8. Schuljahr ("Konfi 8").

 

An den monatlichen Taufsonntagen wird im Anschluß an den Gottesdienst in der Kirche ein "Kirchkaffee" angeboten.

 

1997

Freitags um 19 Uhr trifft sich regelmäßig eine Gruppe zur Taizéandacht

 

1998

Frau Iris Allex wird zur Organistin und Chorleiterin an der Christuskirche gewählt.

 

 

1999

Jubiläumsjahr "100 Jahre Christuskirche".

Nachbemerkung: 

 

Die aufgeführten Daten sind bis in die 50er-Jahre hinein ausführlicher dargestellt als in der folgenden Zeit.

 

Dies hängt einmal damit zusammen, daß bei vielen Leserinnen und Lesern in der Christuskirchengemeinde die Begebenheiten der letzen Jahrzehnte durch eigene Erinnerungen angereichert sind.

 

 Die vorliegende dürre Datensammlung möchte dazu anregen, die noch vorhandenen eigenen Erinnerungen weiterzugeben und in eine spätere Fassung der Gemeindegeschichte der Christuskirchengemeinde mit einzubringen. Ergänzungen und Verbesserungen der hier vorgelegten Daten sind sehr erwünscht!

 

 

Der andere Grund: Die Beiträge der Festschrift finden ihre Ergänzung durch das im Jubiläumsjahr erscheinende Sonderheft über das Gemeindeleben in der Christuskirchengemeinde heute. 

 

Dort stellen sich die heutigen Gruppen und Kreise selber vor. Auch wurden die seit den 60er-Jahren in der Christuskirche wirkenden Pfarrer, Vikarinnen und Vikare angefragt, darin mit einem kurzen Beitrag einen besonderen Akzent zu setzen.

 

2014

Februar 2014: Das neue Gemeindehaus nben der Christuskirche wird eingeweiht. 

Oktober 2014: Die Christuskirchengemeinde gründet ihre "Stiftung der Evangelischen Christuskirchengemeinde Ulm-Söflingen" mit einem Stiftungskapital von inzwischen 520.000 Euro. Die Stiftung wird von einem Stiftungsrat unter dem Vorsitz von Pfarrerin Astrid Eisenreich und seit 2017 Pfarrer Markus Grapke (jeweils mit dem stellvertretenden Vorsitzenden KGR Georg Schäfer) geleitet. 

 

2017

Wir feiern das 90-jährige Bestehen unseres Posaunenchors.

 

Am 31. Oktober feiern wir 500 Jahre Reformation mit einem ökumenischen Gottesdienst (Pfarrerin Bärbel Barthelmeß, Pfarrer Stefan Cammerer von Mariä Himmelfarth und Pfarrer Markus Grapke) in der Christuskirche und einem anschließenden Fest im Gemeindehaus und auf dem Gemeindeplatz zwischen der Kirche und dem Gemeindehaus.